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Moderne Beziehung – So ist wahre Liebe möglich

Moderne Beziehung – So ist wahre Liebe möglich

Sind wir noch beziehungsfähig? Was bedeuten Liebe und Beziehung heutzutage tatsächlich noch? Im Interview zum wunderbaren Buch: “Sie sagt – Er sagt: Gespräche über die Liebe“, von Autorin Yvonne Widler, nenne ich – beruhend auf den Erfahrungen tausender Beratungen-, die 11 wesentlichsten Punkte, die zum Gelingen einer modernen Paarbeziehung beitragen.

Noch nie zuvor sind die Themen Selbstoptimierung und Perfektion von so zentraler Bedeutung gewesen wie heute. In einer zunehmend ich-zentrierten Gesellschaft führt der ständige Vergleichswettbewerbsporno, ausgelöst vor allem auch durch die sogenannten “sozialen“ Medien, dazu, dass immer mehr Menschen massiven Perfektionsdruck verspüren. Dasselbe gilt für unsere Paarbeziehungen: Sie sollen superglücklich, leidenschaftlich, unterstützend, spannend, möglichst konfliktfrei und langlebig sein. Diesem Anspruch gerecht zu werden, ist schwer bis unmöglich und daher scheitern die meisten Paare kläglich daran. Auf der Suche nach dem besten Partner sind wir immer weniger kompromissbereit und voller überhöhter Ansprüche an uns selbst – und andere. Als unrealistische Vorlage dienen Werbung, Hollywood und Popkultur.

1. Sei der / die Richtige

Wir wollen die perfekte Liebe mit dem perfekten Partner. Während es früher ein No-Go gewesen ist, sich zu trennen, ist es heute ein No-Go, unglücklich in einer Beziehung zu bleiben. Also suchen wir im Außen und suchen vergeblich. Wir sind auf der Suche nach dem oder der Richtigen, doch ohne uns die Frage zu stellen:

Bin ich der oder die Richtige?

Den idealen oder “richtigen“ Partner zu finden, beginnt mit dir und unterliegt der Eigenverantwortung! Wir bekommen nicht die Partner die wir wollen, sondern die Partner die wir anziehen. Tatsächlich geht es nicht darum, den richtigen Partner zu finden, sondern vielmehr darum, der richtige Partner zu sein! Die wahre Liebe beginnt bei dir und damit, zunächst selbst beziehungsfähig zu werden, zu wissen, wer du bist und was du tatsächlich zu bieten hast. Denn nur so kannst du auf die Bedürfnisse deines Partners eingehen und sie achten. Es mag esoterisch klingen, doch jeder Mensch in deinem Leben ist ein Lehrmeister, von dem du etwas mitnehmen kannst. Solange du sagst, der andere muss zu dir passen, solange bist du nicht wirklich beziehungsfähig. Denn das ist nicht die Art, wie Liebe funktioniert. Liebe ist ein Kontingent, das dazukommt, sofern du in der Fülle und nicht im Mangel bist!

Bist du wirklich beziehungsfähig? Sind innerhalb deiner Herkunftsfamilie auch die unangenehmen Themen gesund zu einem Abschluss gebracht worden? Häufig sitzen in meiner Praxis Menschen mit niedrigem Selbstwert und unrealistischen Vorstellungen, die auf mangelnd aufgearbeitete Ereignisse und Dynamiken ihrer Kindheit zurückgehen. Du willst, dass dein Partner dich bestätigt und glücklich macht?! Vergiss es, denn Liebe beginnt mit Geben!

Fakt ist, die meisten Menschen gehen nicht in eine Beziehung, um etwas zu geben, sondern weil sie etwas brauchen. Zustimmung, Aufmerksamkeit, Sex, Unterstützung. Doch es sollte umgekehrt sein: Es geht darum, dich als etwas Bereicherndes einzubringen! Was kannst du in deine Partnerschaft einbringen, was gibst du was dein Gegenüber bereichert? Menschen gehen dorthin, wo sie positive Energie spüren. Bereichernde Menschen lassen wir gern in unser Leben treten, Bedürftigkeit hat nichts mit wahrer Liebe zu tun!

2. Liebe statt Ego

90 Prozent aller Beziehungen, die ich kenne, sind scheiße! Sorry, das muss hier mal gesagt werden. Das Erfolgsrezept der wenigen langfristig glücklichen Partnerschaften liegt im Glücklichmachen des ANDEREN! Außergewöhnliche Paare fokussieren nicht auf Ich-Zentrierung, sondern sie macht nichts glücklicher, als das Gegenüber glücklich zu machen. Liebe ist ein Ort, an den du gehst, um etwas zu geben! Im Idealfall etwas, dass der andere will, nicht das, was du brauchst! Ich meine damit aber keineswegs, sich selbst aufzugeben oder gar aufzuopfern, sondern den gegenseitigen Umsatz von Geben und Nehmen stetig zu steigern. Darin liegt der wesentlichste Unterschied zu scheiternden oder unglücklichen Beziehungen!

3. Tausche Erwartung gegen Dankbarkeit

Früher ist die traditionelle Ehe an ökonomische Faktoren und soziale Vorteile gebunden gewesen. Heute hingegen ist es zwar anstrengend, doch definitiv machbar, eine alleinerziehende Mutter zu sein. Ein Partner ist nicht mehr nötig, um durchzukommen. Tatsächlich kann man heute als 40-jähriger Single – egal ob Mann oder Frau – sogar cool sein. Zwar sehnen wir uns nach Beziehungen, aber klar ist natürlich auch, dass es viel einfacher ist, mit sich alleine und der eigenen Meinung auskommen zu müssen, als sich mit einem Partner konfrontieren zu müssen.

Im Vergleich zu früheren Zeiten haben sich unsere Ansprüche und Erwartungshaltungen an eine Beziehung massiv geändert. Das Problem ist, dass wir in einer egozentrierten Kultur leben, in der es permanent darum geht, mehr von allem haben zu wollen: mehr Geld, mehr Zeit, mehr Auswahl, bessere Partner, mehr Sicherheit. Sich ständig auf dieses Mehr zu konzentrieren, macht unzufrieden. Man kann nur wunschlos glücklich sein! Wenn du zu glücklich bist, vergleiche die Situation, die du hast, mit der, die du gerne hättest, und schon bist du im Unglück. Zudem führt die vermeintlich unendliche Auswahl an potentiellen Partnern zur Überforderung und Frustration.

Das bedeutet nicht, dass wir uns mit dem bzw. der Nächstbesten zufrieden geben müssen. Doch Perfektionswahn, Ego Trip und Vergleichswettbewerb lassen wenig Raum für ein WIR. Anstatt einem „Was habe ich nicht?“ und einem „Was solltest DU besser machen?“ lieber: „Was kann ich tun, um ein besserer Partner zu sein und um DICH glücklich zu machen?

In der Vergangenheit waren Beziehungen gut durchorganisiert, tendenziell galt der Lebensrhythmus des Mannes als tonangebend. Im früheren Alltag waren die Mahlzeiten, viele Kinder zur Absicherung, das Einkommen und das schlichte Überleben vorrangig. In Zeiten des Wohlstands sind Paarbeziehungen heute, mehr denn je auf Liebe und Leidenschaft angewiesen. Dafür aber braucht es andere Skills als jene, die wir können und kennen. Abgesehen davon, dass die meisten von uns mit sich selbst nicht im Reinen sind, haben wir schlichtweg keine Ahnung, wie Beziehungen in der heutigen Zeit nach heutigen Maßstäben geführt werden sollten. Neue Zeiten bringen neue Probleme mit sich und benötigen neue Herangehensweisen, auch an unsere Beziehungen. Das Zusammenleben unserer Eltern war meist kein gutes Beispiel und hat in seiner Vorbildwirkung ausgedient. Wir müssen selbst unseren Weg finden. Wem das nicht bewusst ist, der wird auch weiterhin ein Leben führen, das auf einem Wechsel glücklicher Zufälle und ständigem Ausweichens beruht.

4. Liebe machen – So wie es euch gefällt

Gleich geblieben ist unser Wunsch nach romantischer Liebe, Treue und einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung auf Augenhöhe mit einem Partner, der wirklich auf uns steht – und das am besten ein Leben lang! Doch unsere sich im Umbruch befindende Gesellschaft, hat viele Männer und Frauen stark desillusioniert, weshalb sie sich in gängige, atypische Beziehungsmodelle flüchten.

Mingles und Friends with Benefits

Mingle führt die Begriffe „mixed“ und „Single“ zusammen und bedeutet, dass man eigentlich alleinstehend ist, sich jedoch gleichzeitig in einem beziehungsähnlichen Zustand mit einer Person befindet. Synonym wird auch „Friends with Benefits“ verwendet. So kann man sich der Verpflichtungen entledigen, die eine Beziehung mit sich bringen würde.

Offene Beziehungen und polyamoröse Beziehungen

In offenen Beziehungen haben die Beteiligten wissentlich voneinander die Freiheit, auch andere (Sexual-)Partner zu haben, die Polyamorie meint partnerschaftliche Liebe zu mehreren Menschen gleichzeitig. Ich persönlich finde, dass von allen nicht funktionierenden Beziehungsmodellen, die Monogamie bislang immer noch die beste ist! Doch jedes Paar ist ein wenig anders und sollte sich frei von einschränkenden Normen für die eine oder andere Form des Zusammenlebens entscheiden dürfen.

5. Vermeide Stillstand

Beziehungen müssen sich entwickeln können – auch im Bett. Ohne Wachstum kommt es unweigerlich zum Stillstand, ja noch schlimmer, Beziehungen werden entweder B wie besser oder B wie beendet! Es gibt nichts dazwischen, und eine Beziehung, die nicht wächst, stirbt! Erweitere also auch unbedingt deinen sexuellen Horizont – und lebe, solltest du dich nach mehr Leidenschaft und dem Prickeln des Anfangs sehnen, vielleicht ein monogamisches Beziehungsmodell!

Gerade in der Sexualität ist es für eine moderne Liebe notwendig, Grenzen auszuweiten. Die meisten Paare finden sich sexuell auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner zusammen. Sie machen das, was sie können und kennen. Immer und immer wieder. Doch das wird bekanntlich irgendwann fad. Habt Mut zu ein wenig mehr Abenteur und Unsicherheit! Ich meine damit nicht, dass Paare fremdgehen sollten, sondern, dass die Wahrheit deiner Wünsche und Träume ans Licht darf, und dass Paare, denen die Liebe auf Dauer wichtig ist, allgemein offener sein sollten für neue Ideen. Lasst euer Anderssein zu und integriert eure geheimen, individuellen Wünsche in eure Paarbeziehung. Dieser Ansatz verbindet Ehrlichkeit und Treue mit Abenteuer.

6. Liebe anders als die Meisten

Die romantische Ehe ist eine Erfindung der Neuzeit. Früher waren Liebe und Leidenschaft keineswegs die Hauptgründe für die Ehe, sondern wirtschaftliche Faktoren. In heutigen Paarbeziehungen dreht sich alles immer mehr um Liebe und Leidenschaft, weshalb sie schwieriger zu führen und aufrechtzuerhalten sind, als die Beziehungen vorangegangener Generationen. Was die meisten tun ist meistens falsch, außergewöhnliche Liebe braucht außergewöhnliche Skills und Aufmerksamkeit. Wenn du ein wahrer Love Life Master werden willst, kommst du nicht umhin, deine Prioritäten anders zu reihen als es allgemein üblich und gewöhnlich ist.

Leider geil gewinnt!

Leidenschaft zu erhalten, ist das Um und Auf! Leidenschaft und Sex sind die Gegenspieler des Todes. Dort bahnt sich das Leben seinen Weg. Paare scheitern fast immer an fehlender Leidenschaft. Leidenschaft hält Mann und Frau zusammen. Doch was tun, um diese dauerhaft zu erhalten?

Lass dich vermissen

Paare, die in unterschiedlichen Haushalten leben, haben tatsächlich mehr Sex! Wenn du mit jemandem permanent Zeit verbringst, wirst du deinem Partner bzw. deiner Partnerin immer ähnlicher. Dadurch geht die Polarität zwischen Mann und Frau verloren und die Anziehung wird weniger. Was nicht heißt, dass man räumlich getrennt leben muss, damit eine Beziehung lustvoll bleibt. Viel wichtiger ist es, sich die Eigenständigkeit zu bewahren. Auf den eigenen Freundeskreis achten! Männer sollten unbedingt Zeit mit anderen Männern verbringen und Frauen mit anderen Frauen. Jeder sollte „sein eigenes Ding“ machen können. Ein Hobby oder eine Beschäftigung, die mit der Beziehung nichts zu tun hat und der man sich gerne widmet.

Davon nährt sich eine Beziehung! Denn folglich entsteht ein Zeitfenster, in dem ihr euch als Paar vermissen könnt. So habt ihr Gelegenheit, auch wieder aufeinander zu freuen. Und ihr habt euch wieder mehr zu erzählen! Mehr als: „Hallo Schatz! Und? Wie war dein Tag?“ – „Ja eh ok…“ Malst du zum Beispiel gerne, dann ziehe dich regelmäßig in dein Atelier zurück und gönne dir die Zeit für dich. Ich kenne einen bekannten Künstler, der sich immer wieder mal für 2, 3 Tage komplett zurückzieht, wovon seine Paarbeziehung insgesamt enorm profitiert. Dies bestätigte mir auch seine Partnerin nach 30 Jahren Ehe.

7. Steht zu euren energetischen Unterschieden

Steht zu euren energetischen Unterschieden! Wenn Männer und Frauen bewusst auf persönliche Freiräume achten, können sie in dieser Zeit männliche bzw. weibliche Energie ansammeln. Glückliche Beziehungen brauchen die Polarität / die Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau.

Anziehend ist, was an dir anders ist als an mir

Die emanzipierte Frau in der heutigen Zeit ist oft eine Frau, die versucht, sich mit männlicher Energie durchs Leben zu kämpfen und ihrer weiblichen Intuition und Energie nicht mehr vertraut. Auch Männer werden sich ihrer Rolle in Beziehungen immer unsicherer und wissen oft nicht mehr, was Männlichkeit überhaupt bedeutet. Fest steht, dass eine Frau alles kann, was ein Mann kann und umgekehrt, trotzdem wird sie nie ein so guter Mann sein können wie sie eine Frau sein kann. Bei Frauen geht es erfahrungsgemäß deutlich mehr um Emotionen, bei Männern letztlich darum, das Problem zu finden und möglichst rasch zu lösen. Männer blenden Emotionen eher aus, um ihrem Ziel näherzukommen. Frauen gehen eher in die Fülle, was Emotionen betrifft. Beides hat seine Berechtigung und beides ist gleichwertig, aber nicht gleich!

Früher sind Mann und Frau in geschlechtlichen Klischees gefangen gewesen. Das ist sicher nicht ideal gewesen, doch es hat den Männern dabei geholfen, ihren Weg klarer zu sehen. Die Emanzipation ist eine unglaublich wertvolle Sache und sie hat enorm positive Dinge hervorgebracht. Doch ich beobachte immer öfter weibliche Klientinnen, die bei mir auf der Couch sitzen und sich ­– schon angestrengt – als „starke“ Frau bezeichnen. Sie brauchen niemanden, der ihnen die Einkaufstasche trägt, behaupten sie. Dazu kann ich nur sagen: Lasst den Männer doch die Freude! Lasst ihn ein Gentleman sein, euch in die Jacke helfen und ihn die starke Schulter zum Anlehnen bieten! Für ihn gehört das nun mal dazu! Ansonsten hat ein Mann irgendwann das Gefühl, der nur allzu „starken“ Frau nichts geben und nichts bieten zu können.

Das Gleichmachen ist dem Bösen zuzuordnen!

Wir leben in einer Zeit, in der die Komplexität gerne reduziert und damit alles gleichgemacht wird. Das ist völliger Unsinn. Im Gegenteil: Mehr denn je ist es wichtig, die Unterschiedlichkeiten als Chance zu begreifen und nicht als Problem wahrzunehmen. Wer etwas entscheiden will, muss zunächst unterscheiden lernen. Männer und Frauen die sich die unterschiedlichen Mann-Frau-Energien zunutze machen, werden in jeder Beziehung profitieren!

8. Gib dein Bestes

Früher hatte man den ersten Sex in der Ehe. Heute hört man in der Ehe auf, Sex mit anderen zu haben. Früher war es einer fürs ganze Leben, heute ist es einer zu jeder Zeit. Die serielle Monogamie ist allgegenwärtig. Doch kaum jemand würde sich auf den Anfang einer Beziehung richtig einlassen, wenn er um das sichere Ende wüsste.

Beziehungen sind 2-Personen-Unternehmen!

Wenn es halten soll, wird es Arbeit machen. Ich vergleiche eine Beziehung gerne mit einer Firma. Wenn du selbstständig bist, ist es ganz selbstverständlich, dass du alles für dein Unternehmen tust, damit es gut läuft! Warum aber klingt es so unsexy für uns, wenn es da so schön heißt, dass Beziehungen Arbeit bedeuten? Tatsächlich finde ich es sehr wichtig, dass man alles für seine Partnerschaft gibt, denn sie ist wahrlich kein Selbstläufer!

Noch nie im Leben hat jemand bereut, das Beste gegeben zu haben! Beziehungsarbeit klingt nicht besonders sexy, doch überlege mal: Für alles, was dir im Leben wichtig ist, tust und investierst du viel. Für den Job, hoffentlich für deine Gesundheit, fürs Wohnen ja sogar meist mehr für Gegenstände, als für die Menschen in deinem Leben. Nur bei Paarbeziehungen glauben wir, sie könnten von selbst funktionieren. Wie viele Stunden müsstest du täglich in ein gut funktionierendes Business stecken? Und wie viele Stunden steckst du ins Funktionieren deiner Beziehung?! Du brauchst nicht zu antworten! Es ist ernüchternd bis erschreckend!

Auch alles dafür zu tun, deine Beziehung zu retten, gehört dazu. Denn irgendwann hast du dich ja für diesen Menschen entschieden. Nun gilt es, mit ihm gemeinsam daran zu arbeiten, sie weiterzuführen. Sein Bestes zu geben bedeutet, wirklich zu wissen, was die Wünsche und Bedürfnisse des Partners sind. Wir müssen den anderen wirklich begleiten: Sehen, hören und verstehen.

Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass sondern Gleichgültigkeit!

Solange ihr euch darüber aufregt, was der andere falsch macht, ist Emotion im Spiel. Wenn es euch egal ist, was der andere tut, ist die Beziehung vorbei. Wenn wir an unseren Beziehungen nicht arbeiten, werden sie automatisch schlechter. Jede. Auch die Beste.

Wenn du alles probiert hast, und es klappt dennoch nicht, ist es wichtig einen Schlussstrich zu ziehen. Wie und warum du eine Ex-Beziehung zu einem guten Abschluss bringen solltest, kannst du auch hier nachlesen: /artikel/ex-zurueck-die-brutale-wahrheit/

9. Im Moment sein – Präsenz üben

Ein weiterer, enormer Unterschied zu früheren Beziehungen liegt in unsere mangelnde Fähigkeit zu fokussieren. Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist mittlerweile extrem kurz. Die meisten von uns leben zu viert in einer Beziehung: Er, sie. Handy 1 und Handy 2. Ihr kommuniziert miteinander und tippt gleichzeitig am Smartphone herum? Stop it! Wir versuchen in kürzerer Zeit, immer mehr zu erledigen. Auf diese Schnelllebigkeit ist unser Gehirn nicht ausgerichtet. Wir sind daher permanent gestresst. Und mit einem gestressten Gehirn sind wir zu bis zu 75 Prozent weniger kommunikationsfähig.

Die meisten Menschen sind völlig overworked, underfucked und abgelenkt. Doch um wirklich eine erfüllende Beziehung führen zu können, ist es wichtig, sehr viel über den Partner zu wissen. Und aus diesem Wissen heraus die Weisheit zu besitzen, sich auf ein paar Punkte zu konzentrieren: Aufmerksam sein, anwesend sein. Echtes Zuhören, echtes Spüren! Das ist nicht möglich, wenn ich durch Instagram, FB und Co abgelenkt bin. Wir leiden an sinnlosem Leben! Wir leben in einer Zeit, in der uns der Wohlstand aus jeder Ritze rinnt – und trotzdem sind wir todunglücklich.

Ich sehe so viele Paare, die sich zwar bemühen, doch sie scheitern trotzdem. Warum? Weil ihnen wirkungsvolle Skills fehlen. Die Basics beherrschen nur wenige Paare. In meinen Coaching-Stunden versuche ihr daher, diese Skills zu vermitteln. Üblicherweise unterbreche ich nach ein paar Minuten der Problemschilderung das Paar und frage: „Denkt mal an den Anfang eurer Beziehung zurück, als ihr noch frisch verliebt gewesen seid. Was habt ihr gemacht? Wie habt ihr euch verhalten? Und noch eine Frage:

Würdest DU dich, so wie DU drauf bist, in DICH selber verlieben?

Dann frage ich beide nach den Bedürfnissen des jeweils anderen. Und weil sich manche schämen, gewisse Dinge laut vor dem Partner zu sagen, lasse ich die Paare die Antworten auf einen Zettel schreiben. Ich frage zum Beispiel, welche sexuellen Träume das Gegenüber hat. Wisst ihr, was meistens drauf steht? – Wenig, bis nichts und meist das Falsche! Genau deshalb scheitert die Beziehung. Am fehlenden Fokus. Probleme entstehen nicht plötzlich und ohne Grund. Doch die wenigsten wissen, worum es wirklich geht und was ihren Partner glücklich macht.

10. Die Macht der Rollenbilder

Was wünschen sich Frauen wirklich? Auf den Punkt gebracht und plakativ gesprochen: einen Wikinger! Tatsächlich wollen viele Frauen nach wie vor einen Mann, der sein Ziel im Leben kennt. Einen, der eine Mission hat, die ihm wichtig ist, vielleicht sogar wichtiger als die Beziehung. Der einen Fixstern hat. Denn dieser Mann wirkt emotional stabil. Und Frauen wünschen sich – wenn auch oft unbewusst – einen Kerl der emotionale Stabilität und Sicherheit ausstrahlt. Einen Fels in der Brandung. Keine Frau will einen Mann, der unsicher ist und bei jedem Problem sofort nervös wird.

Ein Wikinger ist kein angepasster, ständiger JA-Sager, kein kleiner Junge, der die Mama um Erlaubnis fragt und keine eigenständige Meinung hat. Kein bedürftiger Rechtmacher. Ein Wikinger ist ein Mann der gerne heimkommt, mit positiver Energie den Küchentisch leerfegt und sie, nachdem er sie in seine schützenden Arme genommen hat, mit viel Leidenschaft gegen die Wand vögelt. Und sie mag das! Sehr sogar! Denn das, was tagsüber als politisch korrekt gilt, ist nicht das, was uns nachts geil macht. Wenn ich das in einer Runde von emanzipierten Frauen sagen würde, würden das wahrscheinlich nur die wenigsten zugeben. In den tausenden Einzelcoachings die ich mit Frauen aus aller Welt hatte, gab es nicht eine einzige Frau, die dem nicht zugestimmt hätte. Letztlich wünschen sich viele Frauen einen Mann, der Führungsqualitäten beweist. Und dabei keine Angst vor ihren Emotionen hat. Weiblichkeit hat immer etwas mit Fühlen und mit Emotionen zu tun. Frauen wollen einen Mann, der emotional unabhängig ist. Einen der sie nicht braucht, sondern will.

11. Lerne aus deinen Fehlern

Wenn eine Beziehung trotz aller Bemühungen in die Brüche geht, ist es wichtig, zu einem guten Abschluss zu kommen. Eine nicht abgeschlossene Beziehung ist eine Hypothek für die Zukunft. Gescheitert ist eine Beziehung nur dann, wenn du nichts daraus gelernt hast! Weiterentwicklung und echte Lernerfahrungen beruhen meist auf den Fehlern der Vergangenheit. Eine Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun, und zu erwarten, dass etwas anderes dabei rauskommt. Die meisten Menschen meinen, dass der Partner nicht funktioniert hat und man deshalb hat einen neuen braucht der besser funktioniert. Nur klappt das halt leider nicht.

Frauen reflektieren kürzer

Frauen lernen übrigens aus Trennungen meist weniger als Männer, da meist weniger Zeit vergeht um die Vergangenheit zu reflektieren. Eine durchschnittliche Frau wird häufig validiert, sobald sie unter die Leute kommt. Und da Frauen ihre Freundschaften meist besser pflegen und daher einen größeren social circle haben, gehen sie nach einer Trennung früher aus und lernen gewollt oder nicht, neue Männer kennen. Dadurch wird zumindest ihr Ego früher gepusht.

Männer leiden länger

Männer dagegen müssen aktiver sein und gehen meist länger durch das Tal der Tränen. Sie sind es ja, die meist den ersten Schritt machen. Nach einer Trennung fallen sehr viel Männer in ein ganz tiefes emotionales Loch. Nach einer Apathie, einem Bad im Selbstmitleid und Wut auf die Frauen, folgt meist das Fitnesscenter, der berufliche Aufbau oder das Erlernen eines neuen Skillsets. Männer trauen sich demnach erst zu einem späteren Zeitpunkt zurück „auf den Markt“, und selbst dann erhalten sie meist nicht sofort wieder Bestätigung. Männer haben also nach einer Trennung mehr Zeit mit sich, die sie hoffentlich zum besseren Verarbeiten genutzt haben!

FAZIT:

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass monogame Beziehungen und Liebe auf Dauer auch in Zukunft eine Chance haben. Doch es wird nicht leichter. Der Lauf der Zeit und die damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche machen es notwendig, auch die Art des Zusammenlebens um bzw. neu zu gestalten. Die Anpassung an neue Umstände und die Entwicklung hin zu einer modernen Liebe erfolgt schrittweise.

Die Erfahrung zeigt, dass sich viele Paare nicht hätten trennen müssen, wären sie frühzeitig zu einer Beratung gekommen. Wenn ein Paar mutig und bereit ist für echte Veränderung, wenn beide Partner aufgeschlossen sind und anstelle von Ausreden unterschiedliche Herangehensweisen und Werkzeuge ausprobieren möchten, und Wenn der Mut, neue Impulse anzunehmen, die Angst die Komfortzone zu verlassen, überwiegt, dann macht es Sinn, eure Beziehung mit professioneller Hilfe auf die nächste Ebene zu stellen. Von dort aus sind viele Probleme kleiner und unwichtiger. Wenn zwei wollen, aber nicht wissen wie, gibt es immer eine Chance!

Apropos moderne Liebe…

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Profilbild von Dominik Borde
Dominik Borde, MSc (geb. 1971) ist einer der führenden Beziehungs-Coaches Europas und Gründer des Unternehmens Sozialdynamik mit Sitz in Wien. Der durch die International Coach Federation (ICF) zertifizierte Trainer und sein Team bieten Coaching- und Trainingsleistungen für Einzelpersonen und Paare, sowie – speziell für Führungskräfte entwickelte – Programme „Leadership 4.0“, „High Performance Coaching“ und „Executive Coaching“ an. In seiner Arbeit verwendet Borde unter anderem die von ihm entwickelte „360° Methode“ und das Konzept der „Sozialdynamik“, um die Eigenverantwortung des Einzelnen zu stärken und die Kommunikation innerhalb von Gruppen zu harmonisieren. Borde ist Autor zahlreicher Fachbücher und Videos zum Thema Beziehungsgestaltung und wird regelmäßig von internationalen Medien als Experte hinzugezogen.

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